Skydive:
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Früher:
Das Ganze beruht auf einer Kombination von Druck und Zeiteinstellung. Es hat eine Höheneinteilung von 500 - 4000m in 250m Schritten. Auf dem Platz stellt man die Höhe des Flugplatzes ein und addiert die gewünschte Öffnungshöhe. Den Sicherungsstift hineingeschoben und mit einem Packstrick o.Ä. wird der Automat aufgezogen. Dies zieht eine Feder auf, die eine Ablaufzeit von 5 Sek. hat. Während des Steigfluges kommt eine kleine Dose zum Einsatz. Diese Dose ist ähnlich wie bei einem barometrischen Höhenmesser mit einem Vakuum "gefüllt", welche sich im Steigflug ausdehnt und somit das Federlaufwerk bei einer bestimmten Höhe verriegelt. Am Boden mußte man das Laufwerk mit einem Stift sichern, sonst geht der Schirm auf. Manchmal beim Einsteigen und hinsetzen in der Maschine passierte es, daß der Pin unabsichtlich durch die Enge in der Maschine herausgezogen wurde. Man hörte den Mechanismus arbeiten und war gespannt, bei wem sich der Schirm gleich öffnet. Diese Dose dehnt sich aus, je höher man kommt und schiebt einen kleinen Nippel nach oben. Dieser Nippel wird später im freien Fall den Zeit-Auslöser so lange blockieren, bis die gewünschte eingestellte Höhe erreicht ist. Exithöhe erreicht..., man zieht den kleinen Sicherungsstift aus dem KAP-3 und der Zeitmechanismus läuft runter bis auf 1,2 Sek. und wird hier von oben beschriebenen Nippel blockiert. Im Freifall geht die kleine Dose allmählich wieder auf ihren Ausgangszustand zurück, hat man nun bei eingestellter Höhe noch nicht gepullt, so gibt sie den verbleibenden Zeitauslöser frei, der macht *schnapp* und zieht mit ca. 28 kg den Hauptschirm auf. Das Teil war mehr oder weniger zuverlässiger und immer abhängig vom auf dem Platz herrschenden Luftdruck. Der KAP-3 öffnet nicht wie die modernen AAD's die Reserve sondern den Hauptschirm. Durch die Mechanik löst der KAP eigentlich immer aus und muß nach dem Packen auch wieder neu aufgezogen, bzw. eingestellt werden.

Heute:
AAD-Astra AAD-Cypres2 AAD-Cypres AAD-Mpaad AAD-Vigil Man nennt diese Automaten auch AAD. AAD steht für: Automatic Activation Device. Sie befinden sich im Gurtzeug. Ganz versteckt im Inneren, lediglich das Bedienelement bleibt von außen am Gurtzeug zu sehen. Vor dem ersten Sprung an jedem Tag muss das Gerät manuell eingeschaltet werden. Einmal eingeschaltet, bleibt es für ca. 14 Std. an, bevor es sich automatisch wieder abschaltet um Energie zu sparen. Am Gurtzeug befindet sich eine kleine LCD Anzeige, auf der man unter anderem beim Einschalten die Voltzahl der Batterien ablesen kann, um eine bestmögliche Funktion der Geräte sicherzustellen. Dieser Öffnungsautomat "merkt" anhand eines eingebauten Computers, ob sich der Springer im Freifall befindet oder ob er schon am geöffnetem Schirm hängt. Dazu mißt das Gerät ständig den umgebenden Luftdruck. Fällt/fliegt nun ein Springer bei 225m (Cypres) bzw. 250m (Vigil) über Grund mit 35m/sec. oder mehr zu Boden, da er aus welchen Gründen auch immer seinen Fallschirm nicht geöffnet hat (bsp.: Bewußtlosigkeit nach einer Freifallkollision), wird dies vom Öffnungsautomaten festgestellt und die Öffnung der Reserve automatisch eingeleitet. Das ca. 950 € teure Cypres öffnet dann bei ca. 225m über Grund und Vigil im Experten-Modus (Experten-Modus springt jeder Lizenzspringer) bei ca. 250m über Grund die Reserve.

Öffnungsautomaten haben sich bislang als beste Erfindung im Fallschirmsport bewährt. Von 1991 (Erscheinungsdatum Cypres) bis heute hat Cypres ca. über 200 Skydivern und Tandempassagieren das Leben gerettet! Astra ist unwesentlich später als das Cypres auf dem Markt aufgetaucht, es konnte sich aber gegen Cypres nie wirklich durchsetzen.

Auf einigen Sprungplätzen besteht AAD-Pflicht, das heißt, ohne Öffnungsautomaten im Gurtzeug werdet Ihr dort nicht springen dürfen. Nicht selten bietet dieser Punkt an Sprungplätzen und einigen Web Foren bzw. in der deutschen Newsgroup für Fallschirmspringer genug Nährstoff um heftige Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern der "AAD-Pflicht auf deutschen Sprungplätzen" auszulösen. Um mal einen Punkt zu nennen, über den heiß diskutiert wird: Entscheidungsfreiheit sich das Gerät zuzulegen geht flöten, usw..

Inzwischen gibt es vom Cypres das Nachfolgemodel Cypres 2 und außerdem noch ganz andere AAD's. Ganz frisch auf dem Markt neben dem Mpaad der Vigil, der ab dem 1.07.03 zu ca. 999 € erhältlich sein soll. Viele Skydiver sind ziemlich skeptisch, denn ein "frisches" Vigil hat natürlich noch nicht eine so lange Bewährungsprobe im Sprungalltag hinter sich wie ein Cypres, das es immerhin schon seit 1991 auf dem Markt gibt.

Mehr zu Öffnungsautomaten findet Ihr bei mir auf folgender Seite: Sicherheit
 Herstellerlinks:

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Letzte Änderung: 12.04.2006 - andreas@pixel-pictures.de
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